Start in die Ausbildung zur Profi-Sprecherin an der Speech Academy


Winterthur, 17. August 2019: Es geht los! Endlich! Ich bin sehr gespannt, was in dem Jahr passiert. Wie läuft die Ausbildung zur Profi-Sprecherin ab, wie wird sich meine Stimme entwickeln? Wer wird mit mir die Ausbildung absolvieren?

Im Studio treffe ich eine gemischte Gruppe von Männern und Frauen verschiedenen Alters. Manche sitzen auf dem Sofa, andere stehen mit Kaffeetasse im Raum und unterhalten sich. Wir sind alle schnell „per Du“. Die Teilnehmenden haben unterschiedliche Erfahrung im Bereich „Stimme“. Was uns alle verbindet ist: Neugierde, Spass, Weiterentwicklung und das Interesse daran, die Stimme bewusst einzusetzen.

Der Workshop „Hörspiel“ wird heute unter anderem von Päivi Stalder durchgeführt. Während der Ausbildung werden wir von qualifizierten und gut ausgebildeten Dozierenden mit entsprechender Erfahrung ausgebildet. Päivi Stalder studierte Schauspiel in Zürich und arbeitet seit 1997 als Regisseurin und Redakteurin bei SRF1. Sie schreibt und bearbeitet Geschichten und Hörspiele: Für heute genau die richtige Person, wenn es um Hörspiele geht.

Das Hörspiel auch etwas mit Vorstellungskraft zu tun hat, erfahren wir recht schnell. Christian Sollberger (Professioneller Sprecher und Schulleiter) fragt uns als Erstes, ob wir Imaginationen – bildhafte Vorstellungen – wie Personen oder Gegenstände haben und mit diesen reden. Klingt etwas seltsam, im Zusammenhang mit einem Workshop zum Thema Hörspiel und die Frage ist auch, wohin uns das führen soll. Ziel ist es: sich besser in verschiedene Rollen hineinversetzen zu können. Da brauchen wir unsere Vorstellungen. Und: Es funktioniert! Mein imaginärer Stuhl, der in einer Bahnhofshalle steht, wird während der Übung in der Vorstellung konkreter. Er bekommt eine Farbe, einen Namen, Eigenschaften und ich kann mich immer mehr in den Stuhl hineinversetzen. Ich gebe authentische Antworten, in der Haltung, in der Stimme, im Tempo. Es ist nicht die Beate, die für den Stuhl antwortet, sondern ich bin in dieser Rolle und antworte entsprechend. Es ist total authentisch. Je mehr ich in der Rolle bin, je mehr ich mich mit dieser identifiziere, desto besser gelingt es mir. Daher ist es ebenso wichtig, sich wieder von der Rolle zu verabschieden und aus ihr „herauszutreten“. Christian Sollberger gibt uns noch den Hinweis, dass wir vielleicht auch öfter Rollen einnehmen und sprechen werden, hinter denen wir als Person nicht stehen können. Rollentrennung gehört zur Professionalität und zur Erhaltung der eigenen Energie.

Eine gute Vorbereitung für den nächsten Teil! Da geht es um konkrete, vorgegebene Rollen, deren Texte wir sprechen sollen. Nach der ersten Tonaufnahme wird klar: Neben den festen Rollen und den vorgegebenen Wörtern sind Geräusche und Zwischentöne gefragt. Unbedingt! Denn nicht alles ist im Text festgehalten und es ist wichtig, dass die Situation lebendig bleibt. Zuhörende sollen ein Bild bekommen, welche Personen anwesend sind. So werden Lücken und Pausen zwischen Texten gefüllt. Kreativität ist hier gefragt. Die Reaktionen sollen zur Rolle passen. Gelegentliches Husten oder Räuspern mag passen, zu oft eingesetzt, verfehlt es das Ziel. Ebenso gilt dies für Kommentare. Dass ein Stift z.B. auf den Boden fällt, wird aus dem Zusammenhang klar. Das brauche ich nicht zu kommentieren. Jedoch: "Der Stift liegt unter deiner Tasche“, gibt einen Hinweis darauf, dass die andere Person noch anwesend ist. Päivi Stalder gibt Tipps, wie wir in die Rolle besser reinkommen können und was an Kommentaren möglich ist. Wir bekommen ein Gefühl für Tempo und Lautstärke, hören Unterschiede bewusst heraus.

Mein Fazit des ersten Tages:

  1. Authentizität ist wesentlich, um verschiedene Charaktere sprechen zu können. Ich überzeuge dann als Frau z. B. in der Rolle eines Kindes oder Mannes oder eines Eichhörnchens (besonders wichtig für Trickfilme).
  2. Wichtig ist, dass ich in meiner Vorstellung von der Rolle flexibel bleibe. So kann ich die Wünsche vom Auftraggeber besser umsetzen.
  3. Ein Ritual wie ich aus der Rolle wieder heraustrete, ist sinnvoll.
  4. Es lohnt sich, verschiedene Tempi und Lautstärken innerhalb der Rolle auszuprobieren.
  5. Meine Stimme setze ich bewusst als Instrument ein und ich freue mich auf das Einzelcoaching, was bald kommt!

.... und: ich werde Profi-Sprecherin ;-)


Wenn du dich für die Ausbildung interessierst, dann geh hier hin:
Sprecherausbildung

erstellt in Beate wird Sprecherin am 10. September 2019 / 16:04

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